29. September 2006

EuroIA 2006 #1

Happy Hour im Barist am Hackeschen Markt. Gesponsert von FatDUX und user intelligence. So begann gestern die diesjährige EuroIA 2006 Konferenz. Ein paar Flickrs gibts hier.

Um was geht es hier? Ist doch klar. It's all about networking

Heute steht ein sehr interessantes Programm an (siehe Link oben). Und heute Abend? Mal sehen was Berlin seinen Gästen so zu bieten hat... ;)

28. September 2006

Killer Bug Over Germany

Scheinbar unbemerkt, hat sich ein riesengroßer Über-Käfer nach Deutschland geschlichen. Dies meldet zumindest Google Insider. Mit Bildern. Sensationell!

Dieser Link führt direkt zum Monstrum.

Gammelfleisch Alarm!

27. September 2006

Information Architecture (Part1)

Anläßlich der nun endlich heran nahenden EuroIA 2006 Konferenz europäischer Informationsarchitekten, möchte ich kurz auf die Frage aller Fragen eingehen.

Was um Himmels Willen ist Informationsarchitektur eigentlich?

human understanding and the science of the organization of information
Richard Saul Wurman

Der Glossar zu Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation (2004), schreibt zwischen Informationsarbeit und Informationsassisten nichts zu Informationsarchitektur (IA).

Das liegt nicht daran, dass das Thema besonders neu wäre, sondern vielmehr daran, dass IA bei uns in Deutschland noch recht unbekannt ist. Will man zum legendären Anfang von Informationsarchitektur zurückblicken, so muss man sich das Jahr 1975 vorstellen. Der Vietnam Krieg ist gerade vorbei, der Watergate Skandal tobt, Charlie Chaplin wird zum Ritter geschlagen, Helmut Schmidt ist Bundeskanzler, die erste ARPANET Mailingliste geht ins (noch sehr bescheidene) Netz (sieben Jahre zuvor hat Douglas Engelbart die Computer Maus entwickelt) und ein Architekt und Buchautor namens Richard Saul Wurman beginnt den Begriff Informationsarchitektur zu definieren und für sich zu entdecken.

Aber das war '75. Das Web war noch zu jung und keiner interessierte sich für IA. Es war aber auch die Zeit in der zwei weitere IA-Väter die Bühne betraten. Louis Rosenfeld und (sein erster Angestellter) Peter Morville. Beide LIS (library and information science) Absolventen, also Bibliothekare. Sie arbeiteten als Consultants, berieten Kunden zur Gestaltung und Strukturierung von Webseiten oder Intranets.

1998 erschien dann ihr in IA Kreisen berühmtes Polar Bear Book (ein typisches O'Reilly Buch mit einem Tier, hier ein Eisbär, auf dem Umschlag).

Offiziell trägt das Buch den Titel Information Architecture for the World Wide Web. Jetzt gibt es genug Nährboden für aufkeimende IA. Firmen wie Amazon, AOL, Yahoo, Google wachsen in windeseile. Die Net Bubble blät sich auf.

Im Jahr 2000 wird, zusammen mit ASIST (American Society of Information Science and Technology) die erste IA Konferenz der Welt ins Leben gerufen. Das Web wird zu einer Achterbahn und wirbelt alle kräftig durch, als 2001 die Blase platzt. Die Idee Informationsarchitektur ist aber nicht mehr auszulöschen. Jesse James Garrett, Christina Wodtke, Boxes and Arrows, Asilomar Institute for Information Architecture (heute The Information Architecture Institute). Personen, Webseiten, Bücher - hier nimmt etwas mächtig fahrt auf.

Letztes Jahr schwappte dann die Welle endlich nach Deutschland über. Hier sind ein paar Bilder von der ersten Deutschen IA Konferenz in Frankfurt. Eine erste europäische IA Konferenz folgte (Brüssel, 2005), und nun steht die zweite europäische IA Konferenz unmittelbar vor der Tür.

So, nun kennt ihr die grobe Geschichte, wisst aber noch immer nicht was ein IA eigentlich macht. Das werde ich im zweiten Teil versuchen zu beantworten...

23. September 2006

Exploring Web Navigation

Ich bin neulich über eine neue Web Navigation Studie gestolpert (hier als HTML und hier als PDF). Sehr interessante Gemeinschaftsstudie der Unis Hamburg und Twente (Niederlande).

Das Surfverhalten von 25 Freiwilligen, 6 davon weiblich, wurde etwa 3 Monate lang aufgezeichnet.

Die Teilnehmer besuchten zwischen 19.5 und 204.8 Webseiten täglich. Insgesamt wurden über 137.000 visits registriert.

Die Forscher beobachteten einen signifikanten Anstieg des Öfnens von neuen Browser-Fenstern (können auch Tabs gewesen sein), und damit einhergehend, einen Rückgang in der Verwendung des Back Buttons.

25% aller Seiten wurden kürzer als 4 Sekunden angezeigt, 52% der visits blieben unter 10 Sekundne Verweildauer. Das zeigt das viel zitierte Scanverhalten der Nutzer, die oft nur sehr oberflächlich Seiten überfliegen.

Durchschnittlich hatte eine besuchte Webseite 54 Hyperlinks. Etwa 86% aller Webseiten waren nach maximal 4 Sekunden vollständig übertragen (alle Teilnehmer hatten DSL oder schneller). Obwohl alle Teilnehmer eine Bildschirmauflösung von 1024*768 Pixeln hatten, betrug die durchschnittliche Browser-Breite 890px (Nutzer surfen oft nicht im fullscreen mode).

Die Lektüre ist gut zu lesen und nicht so lang wie die neue Auflage der ARD/ZDF Onlinestudie. Ein kurze Einführung dazu gibt es bei Bibliothek 2.0.

20. September 2006

Pimp Your Library

Letzte Woche ist die Mashing Up The Library competition von Talis zu ende gegangen. Talis ist laut eigener Aussage, der Marktführer für bibliothekarische services und Produkte in Englang und Irland.

Bei dem veranstalteten Wettbewerb ging es um folgendes:

For all those users of libraries who have ever wished they could bring information from their library to life outside the virtual walls of its web site. [...] This is your chance to wow the world with your ideas; your chance to build better systems on top of library data; your chance to demonstrate the value and the power of libraries; your chance to take library information and display it in exciting new ways;

Es gab 18 Einreichungen, die alle hier beschrieben sind. Die Palette vorgeschlagener Ideen ist recht bunt. Es gibt die typischen Google Maps mashups, widgets, Greasemonkey scripts und sogar in Second Life realisierte Dienste.

Etwas verzögert hat OCLC einen sehr ähnlichen Wettbewerb ins Leben gerufen. Hier steht die Preisvergabe aber noch aus.

Bibliotheken verfügen naturgemäß über einen riesigen Schatz an Daten und Metadaten. Es ist schön zu sehen, dass langsam die Mauern der Datensilos aufbrechen und überall sinnvolle Anwendungen aus dem Boden sprießen.

18. September 2006

WebMonday

Es war mal wieder WebMontag und viele gingen hin. Vielleicht ein Tick zu viele für den kleinen Raum den newthinking store freundlicher Weise zur Verfügung stellt. Interessante Projekte, tolle Berliner (Zugereiste) und viel Tannezäpfle haben den Abend perfekt abgerundet.

Der Berliner WebMontag ist wirklich den Abend wert.

14. September 2006

Got Scope?

Auf DigitalWeb ist vor kurzem ein ganz interessanter Artikel zum Thema JavaScript und Scope erschienen. Obwohl sich der Artikel eher an Noobs richtet, lohnt es sich doch mal runter zu scrollen. Dort werden die Konzepte closure und bind etwa näher beleuchtet.

Vielleicht doch 'ne nette Auffrischung, für den einen oder anderen.

13. September 2006

BookMooch

Eben auf TWIT vorgestellt. Von John Buckman, einigen als Entwickler hinter Magnatune bekannt, gibt es seit einiger Zeit eine wunderschöne Buchtausch-Seite.

Wer seine gelesenen Bücher los werden möchte, sie aber weder wegwerfen noch Opfer missglückten Bookcrossings werden lassen will, ist hier goldrichtig. Buchliebhaber tauschen ihre gelesenen Bücher untereinander aus. Bookmooch stellt lediglich die Plattform. Kostenfrei.

Schon wieder ein geniale Idee. Und da sage die Leut' es gäb schon alles.

11. September 2006

8. September 2006

Power Of Viral

Ok, mittlerweile gibt es mit all den vielen Community Sites unzählige, kostenlose Plattformen sich zu präsentieren. Keine Ausreden mehr Jungs. Wer was drauf hat, hat die Welt 2.0 zum Publikum. Virales Marketing auf Hobbykeller Ebene. Ein Video auf YouTube, ein Eintrag in MySpace, ein Artikel in der Wikipedia und fertig ist die Legende von der Band die einst auszog die Regale zu erobern.

Das eingebettete YouTube Video ist von der Band OK Go. Wo die Jungs genau herkommen, kann ich nicht sagen, da hätte man evtl. etwas Energie in die Usability und Informationsarchitektur der Webseite und des Blogs stecken sollen. Aber egal. Die Jungs rocken das Haus und erscheinen mit Sicherheit auf einer Platform in deiner Nähe.

4. September 2006

Hot Verification Games

Zum frühen Montag Morgen, gibts hier ein Video-Link von mir, zu einer Präsentation die wirklich sehenswert ist. Es geht um captchas, game design, computer vision research und wohl dem was man gemeinhin als wisdom of crouds bezeichnet. Na, interessiert?

Hier ist der Link zu dem Artikel auf SearchEngineWatch. Weiter unten auf der Seite befindet sich das einbegettete Video. Professor Luis von Ahn spricht etwa 50 Minuten lang über das oben umrissene Thema, sowie über Probleme mit automatischem taggen von Bildern.

Sehr sehenswert - ach, sagte ich das schon?

30. August 2006

Meme

W  er sich für Meme interessiert, sollte sich diesen Podcast von Susan Blackmore anhören. Aufgenommen bei der Pop!Tech 2005. Wer noch nie was von Memen gehört hat, sollte sich den Podcast unbedingt anhören.

Meme sind „Einheiten kultureller Übertragung“, Informationsmuster die weitergereicht werden, oder wie Susan Blackmore sagt - das was kopiert oder imitiert wird.

Wer kennt sie nicht die Geschichte von der Spinne in der Yuccapalme? Was treibt Menschen dazu, diese Geschichte immer wieder und wieder zu erzählen (ups, schon wieder passiert)? Was für einen Ursprung haben Ohrwürmer? Was bringt es dem Individuum, wenn ihm ein Liedfragment nicht mehr aus dem Kopf geht? Warum schenkt man Menschen die man mag Blumen?

Sich selbst replizierende Verhalten, Muster, Informationsenheiten.

Blackmore spricht von Menschen als Meme-Maschienen. Wir sind nur der Wirt. Wir werden von Memen, genauso wie von Genen zu Transport und Verbreitung selbiger benutzt.

Nun gibt es keinen Grund sich völlig missbraucht und ausgenutzt zu fühlen, schließlich profitieren wir ja auch davon. Meme haben sich Menschen als Wirtstiere ausgesucht, was uns wiederum in der Evolution, bedingt durch natürliche Selektion, mächtig nach vorne gebracht hat. Hey, als der Mensch auf die Bildfläche trat, gab es schon ne Menge anderer Tiere. Die habens aber nicht gebracht. Für Gene schon, für Meme nicht.

Wir sind nichts weiter als ein Wirt, der von seinen Untermietern am Laufen gehalten wird. Doof nur, wenn bessere Wirtsorganismen auf der Bildfläche erscheinen (Der Krieg mit den Molchen von Karel Capek).

27. August 2006

Basic Web Who Is Who

Gestern Abend ereilte mich ein Hilferuf im roten Salon, ich möge mich doch bitte in den Fernsehraum begeben. Dort angelangt, wurde ich mit folgender Frage konfrontiert:

Durch die Gründung welches Internet-Unternehmens wurde Piere Omidyar zum Milliardär?
  • Wikipedia
  • eBay
  • Google

Was für viele eine einfache Frage zu sein scheint, war für den Kandidaten der TV-Show, wie auch für seine Adjutanten, nicht mit Gewissheit zu beantworten.

Deshalb kommt hier meine stark vereinfachte Liste von Namen, die man heutzutage zuordnen können sollte. Chronologisch, reversiv.

  • Jimmy Wales, gründete 2003 die Wikimedia Foundation, die beispielsweise die Wikipedia betreibt
  • Larry Page und Sergey Brin, gründeten 1998 Google
  • Pierre Omidyar, gründete 1995 eBay, welches damals noch Auction Web hieß
  • Jeff Bezos, gründete Amazon 1994
  • Steve Jobs und Steve Wozniak, gründeten Apple 1976
  • Bill Gates und Paul Allen, gründeten Microsoft 1975
  • Gordon Moore, Mitbegründer von Intel (1968) und Vater des nach ihm benannten Moore's Law
  • Douglas Engelbart, unter anderem der Vater der Computer Maus (1963)

OK, ich weiß — die Liste ist viel zu kurz und sehr subjektiv. Vielleicht gibts irgendwann 'ne längere.

25. August 2006

Internet TV Charts

Die WorldTV Internet TV Charts grasen verschiedene community video sites ab, und listen die populärsten davon. Es gibt 'ne Menge ziemlich skurriler, seltsamer und völlig abgefahrener Videos da draußen. Vorsicht, so eine Videosammlung kann süchtig machen.

A new chart is posted automatically each Sunday at 7pm EST (Midnight GMT). The charts are then then reviewed manually on Monday mornings, and some clips edited at that time. [...] The service is part-automated and part-editorial. Clips are removed that are highly viewed, but lowly rated, as well as clips which appear to have had their voting artificially manipulated.

Die Inhalte spiegeln das gängige online-Videoangebot wieder. Sex, Crime, Miracle.

Übrigens, falls jemand fragt, von mir habt ihr diesen Link nicht.

21. August 2006

STOP SHOUTING

Heise meldet heute, dass eine Petition zur Abschaffung der Caps Lock Taste (Hochstelltaste) ins Leben gerufen wurde. Die Petition findet ihr hier. Eine nette, kleine Webseite zum Thema ist capsoff.org.

Ich selbst habe vor einigen Jahren bei einem Wettbewerb von thisisbroken mitgemacht und das Foto meines Caps Lock-befreiten Hauptkeyboards eingeschickt. In den Kommentaren zum Posting stehen einige Softwarelösungen mit denen man sein Keyboard auch einfach um-mappen kann. Man belegt die Taste einfach neu, oder schaltet sie softwareseitig ab.

Ich finde allerdings, dass eine elegante, softwareseitige Deaktivierung der Sache nicht gerecht wird. Die Hochstelltaste muss herausgebrochen werden, wenn man seine persönliche Einstellung zum Thema verdeutlichen will.

Meine großartige Geschäftsidee, feine, genormte Pseudotasten, aus seltenem Tropenholz, zu verkaufen, die man sich dann in die freigewordene Lücke stecken könnte, habe ich noch nicht realisiert. Suche noch den passenden VC.

In den Kommentaren auf Heise werden ürigens weitere softwareseitige Lösungen empfohlen, beispielsweise I Hate This Key oder Key Tweak

Writely

Ach, Writely ist wieder da. Das Online Textverarbeitungsprogramm war vor einiger Zeit für neue Nutzer gesperrt worden, nachdem es von Google gekauft worden war. Nun kann man sich wieder anmelden.

Ich hatte Writely vor einer Weile getestet und war damit sehr zufrieden. Ein heutiges Login zeigt, dass alle meine alten Texte (5 Monate alt) nach wie vor unversehrt online sind. Ich könnte sie bloggen, mit Anderen teilen oder genau so bearbeiten wie man es von allen gängigen Text Prozessoren her kennt. Der Vorteil ist hierbei natürlich die weltweite erreichbarkeit meines Textdokuments.

Es lohnt sich das Programm näher anzuschauen.